Bava Metzia 11

Kapitel 11

א ואלא הא דאמר רב נחמן משביעין אותו שבועת היסת נימא מיגו דחשיד אממונא חשיד אשבועתא
1 Wieso sagt R. Naḥman, daß man ihneinen Verleitungseid schwören lasse, man sollte doch sagen, wenn er hinsichtlich eines Geldbetrages verdächtig ist, sei er auch hinsichtlich des Schwures verdächtig!?
ב ותו הא דתני רבי חייא שניהם נשבעין ונוטלין מבעה"ב נימא מיגו דחשיד אממונא חשיד אשבועתא
2 Und wieso lehrte ferner R. Ḥija, daß beideschwören und Zahlung vom Hausherrn erhalten, man sollte doch sagen, wenn sie hinsichtlich eines Geldbetrages verdächtig sind, seien sie auch hinsichtlich des Schwures verdächtig!?
ג ותו הא דאמר רב ששת שלש שבועות משביעין אותו שבועה שלא פשעתי בה שבועה שלא שלחתי בה יד שבועה שאינה ברשותי נימא מיגו דחשיד אממונא חשיד אשבועתא
3 Und wieso sagte ferner R. Šešeth, daß man ihndrei Eide schwören lasse: daß er daran keine Fahrlässigkeit begangen habe, daß er sich daran nicht vergriffen habe, und daß es sich nicht in seinem Besitze befinde, man sollte doch sagen, wenn er hinsichtlich eines Geldbetrages verdächtig ist, sei er auch hinsichtlich des Schwures verdächtig!?
ד אלא לא אמרינן מיגו דחשיד אממונא חשיד אשבועתא
4 Vielmehr sagen wir nicht, wenn jemand hinsichtlich eines Geldbetrages verdächtig ist, sei er auch hinsichtlich des Schwures verdächtig.
ה אביי אמר חיישינן שמא מלוה ישנה יש לו עליו
5 Abajje erklärte: Hierbei ist berücksichtigt worden, er könnte eine alte Forderung an ihn haben. –
ו אי הכי נשקול בלא שבועה
6 Demnach sollten sie es doch ohne Schwur erhalten!? –
ז אלא חיישינן שמא ספק מלוה ישנה יש לו עליו
7 Vielmehr, es wird berücksichtigt, er hat vielleicht eine alte zweifelhafte Forderung an ihn. –
ח ולאו אמרינן תפיס ממונא מספיקא משתבע נמי מספק
8 Sollten wir nicht sagen, wer sich wegen eines Zweifels fremdes Geld aneignet, schwöre auch in einem Zweifel!?
ט אמר רב ששת בריה דרב אידי פרשי אינשי מספק שבועה ולא פרשי מספק ממונא מאי טעמא ממון איתיה בחזרה שבועה ליתיה בחזרה:
9 R. Šešeth, Sohn des R. Idi, erwiderte: Die Leute schrecken in einem Zweifel vor einem Schwur zurück, nicht aber schrecken sie in einem Zweifel vor fremdem Gelde zurück. Geld kann man nämlich zurückerstatten, nicht aber kann man einen Schwur rückgängig machen.
י בעי ר' זירא תקפה אחד בפנינו מהו
10 R. Zera fragte: Wie ist es, wenn eineres in unserer Gegenwart an sich reißt? –
יא היכי דמי אי דשתיק אודויי אודי ליה ואי דקא צווח מאי הוה ליה למעבד
11 In welchem Falle: schweigt der andere, so gibt er es ja zu, und schreit er, so kann er ja dagegen nichts machen!? –
יב לא צריכא דשתיק מעיקרא והדר צווח מאי מדאשתיק אודויי אודי ליה או דלמא כיון דקא צווח השתא איגלאי מילתא דהאי דשתיק מעיקרא סבר הא קא חזו ליה רבנן
12 In dem Falle, wenn er zuerst geschwiegen hat und nachher schreit; sagen wir, da er geschwiegen hat, habe er es zugegeben, oder aber bekundet er damit, daß er später schreit, daß er nur deshalb geschwiegen habe, weil er dachte: die Rabbanansehen es ja?
יג אמר רב נחמן ת"ש בד"א ששניהם אדוקין בה אבל היתה טלית יוצאת מתחת ידו של אחד מהן המוציא מחבירו עליו הראיה היכי דמי אי נימא כדקתני פשיטא אלא שתקפה אחד בפנינו
13 R. Naḥman erwiderte: Komm und höre: Diesgilt nur von dem Falle, wenn beide daran halten, wenn aber das Gewand aus der Hand des einen gekommen ist, so hat, wer vom anderen fordert, den Beweis zu erbringen. In welchem Falle: wollte man sagen, wie gelehrtwird, so ist es ja selbstverständlich; doch wohl, wenn einer in unserer Gegenwart es an sich gerissen hat. –
יד לא הכא במאי עסקינן כגון דאתו לקמן כדתפיסו לה תרוייהו ואמרינן להו זילו פלוגו ונפקו והדר אתו כי תפיס לה חד מינייהו האי אמר אודויי אודי לי והאי אמר בדמי אגרתי ניהליה דאמרינן ליה עד השתא חשדת ליה בגזלן והשתא מוגרת ליה בלא סהדי
14 Nein, hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie zuerst gekommen waren, als sie beide es hielten, und wir zu ihnen gesagt haben, daß sie gehen und teilen sollen, und sie dann fortgegangen sind, und darauf zurückkommen, und einer es hält; der eine sagt, der andere habe ihm eingestanden, und der andere sagt, er habe es ihm gegen Ersatzabgetreten. Wir sagen zu ihm: bis jetzt hattest du ihn als Räuber verdächtigt, und nun hast du es ihm ohne Zeugenabgetreten!?
טו ואיבעית אימא כדקתני דאתו לקמן כי תפיס לה חד מינייהו ואידך מסרך בה סרוכי ואפילו לסומכוס דאמר ממון המוטל בספק חולקין בלא שבועה מודה סומכוס דסרכא לאו כלום היא
15 Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich wie gelehrt wird, wenn sie aber vor uns kommen und nur einer von ihnen es hielt und der andere sich anhängt. Und selbst Symmachos, welcher sagt, ein Betrag, über den Zweifel besteht, sei ohne Schwur zu teilen, gibt hierbei zu, daß das Anhängen nichts sei.
טז אם תמצי לומר תקפה אחד בפנינו מוציאין אותה מידו הקדישה אינה מקודשת אם תמצי לומר תקפה אחד בפנינו אין מוציאין אותה מידו הקדישה בלא תקפה מהו
16 Wenn du entscheidest, wenn einer es in unserer Gegenwart dem anderen entreißt, nehme man es ihm ab, so ist, wenn er es dem Heiligtume weiht, die Weihung ungültig; wie ist es aber, wenn du entscheidest, wenn einer es in unserer Gegenwart dem anderen entreißt, nehme man es ihm nicht ab, wenn einer es dem Heiligtume weiht, ohne es entrissen zu haben?
יז כיון דאמר מר אמירתו לגבוה כמסירתו להדיוט דמי כמאן דתקפה דמי
17 Ist es, da der Meister sagte, das Wort dem Höchsten gegenüber gleiche der Übergabe bei einem Gemeinen, ebenso, als hätte er es ihm entrissen,
יח או דלמא השתא מיהא הא לא תקפה וכתיב (ויקרא כז, יד) ואיש כי יקדיש את ביתו קדש וגו' מה ביתו ברשותו אף כל ברשותו לאפוקי האי דלא ברשותו
18 oder aber, einstweilen hat er es ihm ja nicht entrissen, und es heißt:<i>wenn jemand sein Haus dem Heiligtume weiht &amp;c</i>., wie sein Haus sich in seinem Besitze befindet, ebenso alles andere, wenn es sich in seinem Besitze befindet, ausgenommen das, was sich nicht in seinem Besitze befindet? –
יט ת"ש דההיא
19 Komm und höre: